Ich gebe zu, dass ich das Wort Superfood nur noch schwer ertragen kann.

Ich fühle mich permanent manipuliert von der Lebensmittelindustrie und der Werbung, die mir etwas verkauft das ich nicht brauche und mich mit Gesundheitsfloskeln bombardiert. Ein Kauderwelsch an Inhaltsstoffen soll mir vermitteln, dass mein Körper ohne das Produkt ziemlich schlimm dran ist. Und unwillkürlich steigt bei der Entdeckung von neuem Superfood in mir die Frage auf: Mensch, wie haben die vor 100 Jahren nur ohne Avocado überleben können? Die müssen ja alle mit 15 Jahren tot auf dem Feld gelegen haben.

To be fair. Als ich klein war, war die Hühnerbrühe meiner Mutter für mich die absolute Allzweckwaffe. Schnupfen? Iss ne Brühe. Halsweh? Noch ein paar Möhrchen reinschnibbeln. Knochenbrühe ist für mich also keine neue Errungenschaft der Superfood-Industrie, sie war schon immer da, wenn auch nicht sehr gehypet.

Nun bin ich erwachsen, muss ab und zu auch alleine den Kochlöffel schwingen. Mein Alltag ist hektisch und oft fehlt mir Zeit und Geduld zum Kochen. 5 Stunden Knochen in einem Topf liebevoll zu betreuen, dazu habe ich einfach keine Lust.

Trotzdem möchte ich dieses gute Gefühl haben, welches mir die Werbung verspricht. Ich möchte Nachhaltigkeit fördern, regionale Produkte von Tieren zu mir nehmen, die fröhlich auf ausgedehnten Weiden ein zufriedenes Leben lebten. Ich möchte Qualität, ein reines Gewissen, ein besserer Mensch durch bessere Ernährung sein, straffere Haut und ein Immunsystem, das kein Kindergarteninfekt der Welt in die Knie zwingt. Was mir die Werbung verspricht, aber nicht zu geben vermag, soll nun die Knochenbrühe richten. Aber warum ist Knochenbrühe so gesund? Wo liegt ihr Geheimnis?

Zu den Basics.

Knochenbrühe entsteht, wenn Knochen für mehrere Stunden geköchelt werden. Dabei lösen sich viele wertvolle Inhaltsstoffe aus dem Knochenmark und werden an die Brühe abgegeben. Über unsere normale Ernährung sind diese Inhaltsstoffe nur schwer zu decken, aber unser Körper benötigt sie um einwandfrei funktionieren zu können. Woran liegt das? Auf unserem Speiseplan stehen heute nur noch Hackfleisch, Steak und Filet, besagte Inhaltsstoffe sind hier nicht mehr zu finden. Sie verstecken sich vor allem im Knochen sowie in den Organen, und die hat man in aus unseren Küchen verbannt.

Aber von welchen ominösen Inhaltstoffen sprechen wir eigentlich? Zunächst einmal die Omega-3-Fettsäuren. Hierbei handelt es sich um besonders reichhaltige Fettsäuren, welche in unserer alltäglichen Ernährung kaum vorhanden sind. Sie reduzieren hohe Cholesterinspiegel  und Blutfettwerte, erhöhen den Erhalt einer gesunden Gehirnfunktion und regulieren das Immunsystem. Kollagen kennen die meisten wahrscheinlich nur aus Beauty Produkten, das es das wichtigste Protein im Knochen ist, wissen die wenigsten. Seine stützende Funktion, etwa im Knochen, der Haut, dem Bindegewebe, vor allem aber im Darm stabilisiert und sorgt dafür, dass Nährstoffe aus der Nahrung effektiver aufgenommen werden können.

Eine bedeutende Klasse von Nährstoffen, welche in der Brühe ebenfalls enthalten sind, sind die Glukosaminoglykane. Zu deren bekanntesten Vertretern gehören die Hyaluronsäure, Chondroitin und N-Acetyl-Glukosamin. Sie bewirken, dass das Bindegewebe im gesamten Körper und der Haut elastischer, feuchter und robuster wird.

Last but not least : Glycin.

Eine Aminosäure die als neue Wunderwaffe in der Medizin gefeiert wird. Glycin schützt die Leber vor oxidativem Stress, unterstützt die Entgiftungsfähigkeit des Organs und beugt Leberverfettung vor.

Fassen wir also zusammen. Superfood hin oder her, an der Sache mit Brühe ist was dran. Wusste auch schon die Oma. Und wer sich eben nicht stundenlang in die Küche stellen möchte, um Markknochen auszukochen, der sollte es jemandem überlassen der davon wirklich Ahnung hat und auch noch Spaß dabei empfindet. Die Knochenbrühe von J.Kinski eignet sich hervorragend als Basis für Suppen, Eintöpfe oder Soßen. Und für die Puristen unter uns…Eine Tasse heiße Brühe wärmt nicht nur die Hände, sondern auch den Magen und das Herz.

Sollte euer Appetit nun verständlicher Weise geweckt worden sein, haben wir ein tolles Rezept für euch, welches mit Hilfe unserer Knochenbrühe ganz leicht nach zu kochen ist. Auf die Knochen, fertig, los!

Text: Luisa Hoyer

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